Jugendliche Rundrückenbildung

Die jugendliche Rundrückenbildung, bedingt durch Wachstumsstörungen, bezeichnet man als Morbus Scheuermann. Schätzungen zufolge erkrankt jedes vierte Kind an der Scheuermann’schen Krankheit, meist verläuft sie jedoch so gemäßigt, dass sie nur zufällig entdeckt wird. Bei stärkeren Ausprägungen werden die Abschlussplatten der Wirbelkörper im Bereich der Brustwirbelsäule angegriffen, Bandmaterial wandert ein und die verbleibende Bandscheibe zwischen den Wirbeln wird immer dünner. Es kann dadurch später zu Blockierungen der Wirbelkörper kommen. Hierbei haben die Patienten oft Symptome wie bei einem Herzinfarkt, zum Beispiel hartnäckige Schmerzen im Brustkorb, Druckgefühl in der Brust und Atemnot.

Ein „rückenfreundliches“ Leben ist die beste Vorbeugung gegen die Scheuermann’sche Krankheit. Kinder sollten sich ausreichend bewegen und nicht den ganzen Tag am PC oder vor dem Fernseher sitzen. Die Bauch-, Gesäß- und Rückenmuskulatur wird bei Bewegung automatisch trainiert und unterstützt die Wirbelsäule. Jedoch kann es auch unter zu hoher sportlicher Belastung im Wachstumsalter zu Wachstumsstörungen durch Überlastung kommen.

Sollten leichtere Maßnahmen nicht helfen, ist eine intensive krankengymnastische Übungsbehandlung erforderlich. Unter anderem setzt man physikalische Maßnahmen wie Brustschwimmen zur Therapie der Scheuermann’schen Erkrankung ein. Orthesen (technische Hilfen wie Einlagen oder Korsette, hergestellt vom Orthopädietechniker) für die Wirbelsäule bei Scheuermann’scher Erkrankung werden nur noch selten eingesetzt, auch chirurgische Eingriffe werden heute kaum noch durchgeführt.

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